Ich will hier keine Definition, kein Traktat oder ähnliches platzieren, sondern einen Text, der mich über Jahre begleitet und immer mal wieder in Worten oder Buchstaben eine Veränderung – eine Entwicklung – erfährt, wiedergeben. In ihm ist ablesbar, was ich denke, was ich erfahre, was ich glaube, wie ich handeln möchte.

Auf die Spur gesetzt

Kreuzigungsgruppe, Kloster Gerleve

Paulus und die Psalmisten, Ignatius von Loyola und Edith Stein sind meine Glaubensgenossen. Sie standen am Weg, als ich meine Glaubenshaltung fand und halten mich weiterhin. Bedächtig wandeln sie mit mir auf Gottes Spuren.

Mein theologisches Denken kapituliert vor der Aufgabe, Gott zu fassen. Denn, wie Sabine Naegeli schreibt: „Ich ahne, dass du kommen wirst, wenn ich ganz da bin.“ Ich werde dankbar. Was für eine Gnade. Und erfahre Gott. En poco – Stück für Stück. "In einem Spiegel, in einem dunklen Wort."

Ausstrecken

Ich glaube an Gott, der sich einzig und allein aus Liebe selbst hineingibt in die Geschichte der Menschen. Auch in meine Geschichte. Der mich stützt und trägt. Der mir so oft Mut und Kraft gegeben hat und mich stets immer wieder zu sich geführt und geleitet hat.

Während ich diese Zeilen schreibe gehen mir viele Erlebnisse durch den Kopf – nicht alle waren angenehm, nicht alle positiv, aber alle „Magis“, Wachstum ermöglichend. Ereignisse, die mich prägen, die mich gestaltet haben. Meine Gotteserfahrungen. Unsterblich. „Immerfort empfange ich mich aus deiner Hand.“

Ich bin ein Fan des Heiligen Geistes. Und wage die simple, aber nicht einfache Aussage: Gott wirkt. 

Position

Ich bin Christ. Jesus ist mir Vorbild, ihm folge ich nach, auf ihn hin richte ich mein Verlangen, von ihm möchte ich mich formen lassen zu dem Bild, das Gott von mir längst hat.

La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia, Barcelona

Jesus ist Träger einer Weisheit, die ihn als Sohn Gottes legitimiert: was er weiß und erkennt, wie er handelt und wirkt kann nur der Sohn dessen, der der Schöpfer aller Dinge ist. „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben.“

Durch Jesus, den Christus, erkenne ich, dass die Wahrnehmung Gottes mitten in der Welt, die in den Sakramenten glaubhaft vermittelte Gegenwart Gottes, die Meditation, die Sinnlichkeit und die Aufmerksamkeit für andere Gotteskinder in eins fallen. Eine ganzheitliche Religion.

Für mich ist die römisch-katholische Weise, Kirche dieses Christus zu sein, die gute Art und Weise, Christ zu sein.

Ver(un)sicherung

Wie erklärt sich die Auferstehung oder die Himmelfahrt? Was hat es mit der Opfertheologie auf sich und was mit der Moral? – Für mich ist die wissenschaftliche, rationale Theologie nicht der Anstoß des Glaubens, aber ein Anstoß im Glauben. Es ist gut, sich, wenn es um den Himmel geht, zu erden. Sich argumentativ, im Gespräch mit anderen und vor der eigenen Vernunft wach zu halten. Theologie dient nicht der Rechtfertigung des Glaubens, soll ihn nicht beweisen, sondern kann – je ernster man sie nimmt – den Glauben frei machen. Weil Glaube dann nicht nur auf Zeugnis, sondern auch auf Überzeugung fusst. „Zieht an die Waffen des Lichts.“

Ignatius von Loyola

Hans Urs von Balthasar, Karl Rahner, Romano Guardini, Hanns Dieter Hüsch und andere sind mir dabei Denkpartner. Sie stellen gute Fragen. Für die Entwicklung der Kirche lese und erlebe ich gerne Matthias Sellmann, Valentin Dessoy und Christian Hennecke. Sie machen wichtige Beobachtungen, wertvolle Analysen und entwickeln zukunftsorientierte Szenarien. 

Auftrag

Ich will nicht schweigen, ich will aber auch nicht reden. Ich will andere im Glauben in Bewegung bringen – pro-moten. Und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass die Kirche ein Ort der Glaubensbegegnung und -bildung sein kann. Deswegen bin ich in den pastoralen Dienst gegangen.

Ich will musizieren und erzählen, will meine Mitmenschen anlächeln, sie begleiten und stärken. Das soll mein Glaubensbekenntnis sein.

Meine Fähigkeiten zu beraten, zu gestalten, zu planen und zu organisieren setze ich gerne für den Dienst am Ganzen ein „Die Liebe Christi, die wir erfahren haben, drängt uns.“ 

Ich bin Mitglied in der Gemeinschaft Christlichen Lebens (www.gcl.de), einer geistlichen Gemeinschaft, deren Mitglieder aus der Exerzitienspiritualität des hl. Ignatius von Loyola Stärkung und Wachstum im Christ-Sein ziehen. Wir nennen solcherart als unsere „Lebensmittel“ die Schriftbetrachtung, die Geistliche Lebensbegleitung in Einzelgespräch und Gruppe, die Feier von Eucharistie und Versöhnung und das Halten von Exerzitien („Rüstzeiten“). In guter Verbundenheit mit dem von Ignatius gegründeten Jesuitenorden bringen wir unser Charisma in die Kirche ein.


Ab und an werde ich gefragt, etwas zu publizieren oder eine Veranstaltung zu (beg)leiten. Wer davon etwas wissen will, google einfach meinen Namen. Dann findet sich einiges davon.